Der richtige Weg
Er lief die Straße entlang. Seine Gedanken drehten sich im Kreis. Er wusste weder wer er war, noch wo er hin wollte. Er wusste seinen Namen, kannte seinen Wohnort, seine Familie, doch wer er war wusste er nicht. Er wollte zum West-Bahnhof, weg von diesem an einen anderen, weit entfernten Ort. Er setzte einen Fuß vor den anderen, ging weiter seinen Weg, ohne zu wissen ob es der Richtige sei. Es war der Weg zum West-Bahnhof, soviel stand fest. Er begann über sein Leben nachzudenken, vielmehr darüber, was das Leben eigentlich war. Er lief immer weiter den selben Weg. Doch wer war es der da lief. War er es? Er, der viel lieber sein Leben so weitergeführt hätte wie es war? Er, der es nie soweit hatte kommen lassen wollen? Es war geschehen, er konnte es nicht ungeschehen machen. So ging er weiter, immer die Straße entlang den Blick ins Nichts. Es war niemals schön gewesen sein Leben, aber er hatte es so gelebt wie es war und hatte sich damit abgefunden, dass es so war. Aber wie es geschehen konnte, dass es sich so verändern würde konnte er nicht begreifen. Er hatte sich immer im Griff gehabt, nie die Kontrolle verloren und nun lief er die Straße entlang, den Weg zum West-Bahnhof. Passanten gingen an ihm vorbei, er nahm sie nicht war, jemand grüßte ihn und er grüßte zurück. Seine Gedanken wanderten zurück, zu dem Punkt an dem es begann. Er war wie jeder andere auch nach Hause gekommen, hatte sich umgezogen und sich hingelegt. Er war müde gewesen erinnerte er sich, er hatte einen anstrengenden Tag gehabt. Als er aufgewacht war, war es dunkel geworden. Er war alleine, niemand sonst war in dem leblosen Haus, dass er im Winter des Vorjahres mit seiner Frau gekauft hatte.
Jemand sprach ihn an, fragte ihn wie man zum West-Bahnhof komme, er sagte ihm dies sei der richtige Weg. Es war nicht mehr weit und er lies sich sich nicht beirren. Es wunderte ihn, dass er das leere Haus nicht als komisch empfunden hatte, seine Frau war bei Einbruch der Dunkelheit immer zu Hause gewesen. Er war aufgestanden und in die Küche gegangen, um sich etwas zu Essen zu machen. Da klingelte das Telefon, es war ein altes Telefon mit Wahlscheibe. Er mochte das Telefon, es erinnerte ihn an etwas. Es war eine Frauenstimme, die aus dem Hörer sprach. Er brauchte einen Moment um zu verstehen, dass es jemand war, dessen Stimmer er eine lange Zeit nicht mehr gehört hatte. Eine alte Freundin aus einer vergangenen Zeit, an die er sich kaum mehr erinnert hatte und die ihm mit dieser Stimme mit voller Wucht ins Gedächtnis gespült wurde. Die Frau am anderen Ende Leitung hatte ihn gefragt, ob er sich noch an sie erinnere. Er sagte ihr, dass er keine Ahnung hätte wer sie sei und sie solle ihn in Ruhe lassen.
Während er weiterlief, dachte er darüber nach. Er wollte nicht an Früher erinnert werden. Er hatte ein neues Leben, wenn auch kein hervorragendes, aber ein besseres als damals. Dennoch hatte ihn der Gedanke an die Frau und an das mit ihr Erlebte nicht mehr losgelassen. Was war sein jetziges Leben? Er hatte einen Bürojob, der ihn weder forderte noch ihm Spaß machte. Auch lebte er vom Gehalt seiner Frau, sein Beruf brachte nicht viel ein. Er hatte darüber nachgedacht und über viele andere Dinge. Ihm fiel ein, dass er einmal Ideale gehabt hatte für die er sein Leben gegeben hätte, hätte er sie verwirklichen können. Auch stellte er fest, dass er sein jetziges Ich verachtet hätte, ja nicht ein Wort mit ihm gewechselt. Er war ein anderer Mensch geworden, dass Leben hatte ihn verändert. Doch war es das Leben gewesen? Hatte er sich nicht vielmehr selbst verändert? Wollte er wirklich das Leben als Ausrede gelten lassen? Sie hatte sich nicht verändert. Sie lebte ihre Träume und Ideale. Sie hatte das Leben verändert, so wie sie es wollte. Sie hatte sich nicht klein kriegen lassen. Nicht einmal als ihr Gefährte sie verließ, um sein Leben zu ändern und ihr vermeintlich für immer den Rücken zu kehren.
Er hatte darauf hin zum Hörer gegriffen und die einzige Nummer gewählt, die er von ihr hatte. Er hatte die Angst überwunden, die von ihm Besitz ergriffen hatte, als er ihr Stimme nach so langer Zeit wieder vernahm. Die Nummer die er hatte war alt. Er versuchte es trotzdem und tatsächlich hob sie ab. Er hatte lange nichts von ihr gehört und um so länger hatte ihr Gespräch gedauert. Doch es hatte ihm Gut getan und er hatte eine Entscheidung gefällt. Am nächsten morgen hatte er sich aufgemacht, zum West-Bahnhof. Er hoffte den richtigen Weg gewählt zu haben.
Jemand sprach ihn an, fragte ihn wie man zum West-Bahnhof komme, er sagte ihm dies sei der richtige Weg. Es war nicht mehr weit und er lies sich sich nicht beirren. Es wunderte ihn, dass er das leere Haus nicht als komisch empfunden hatte, seine Frau war bei Einbruch der Dunkelheit immer zu Hause gewesen. Er war aufgestanden und in die Küche gegangen, um sich etwas zu Essen zu machen. Da klingelte das Telefon, es war ein altes Telefon mit Wahlscheibe. Er mochte das Telefon, es erinnerte ihn an etwas. Es war eine Frauenstimme, die aus dem Hörer sprach. Er brauchte einen Moment um zu verstehen, dass es jemand war, dessen Stimmer er eine lange Zeit nicht mehr gehört hatte. Eine alte Freundin aus einer vergangenen Zeit, an die er sich kaum mehr erinnert hatte und die ihm mit dieser Stimme mit voller Wucht ins Gedächtnis gespült wurde. Die Frau am anderen Ende Leitung hatte ihn gefragt, ob er sich noch an sie erinnere. Er sagte ihr, dass er keine Ahnung hätte wer sie sei und sie solle ihn in Ruhe lassen.
Während er weiterlief, dachte er darüber nach. Er wollte nicht an Früher erinnert werden. Er hatte ein neues Leben, wenn auch kein hervorragendes, aber ein besseres als damals. Dennoch hatte ihn der Gedanke an die Frau und an das mit ihr Erlebte nicht mehr losgelassen. Was war sein jetziges Leben? Er hatte einen Bürojob, der ihn weder forderte noch ihm Spaß machte. Auch lebte er vom Gehalt seiner Frau, sein Beruf brachte nicht viel ein. Er hatte darüber nachgedacht und über viele andere Dinge. Ihm fiel ein, dass er einmal Ideale gehabt hatte für die er sein Leben gegeben hätte, hätte er sie verwirklichen können. Auch stellte er fest, dass er sein jetziges Ich verachtet hätte, ja nicht ein Wort mit ihm gewechselt. Er war ein anderer Mensch geworden, dass Leben hatte ihn verändert. Doch war es das Leben gewesen? Hatte er sich nicht vielmehr selbst verändert? Wollte er wirklich das Leben als Ausrede gelten lassen? Sie hatte sich nicht verändert. Sie lebte ihre Träume und Ideale. Sie hatte das Leben verändert, so wie sie es wollte. Sie hatte sich nicht klein kriegen lassen. Nicht einmal als ihr Gefährte sie verließ, um sein Leben zu ändern und ihr vermeintlich für immer den Rücken zu kehren.
Er hatte darauf hin zum Hörer gegriffen und die einzige Nummer gewählt, die er von ihr hatte. Er hatte die Angst überwunden, die von ihm Besitz ergriffen hatte, als er ihr Stimme nach so langer Zeit wieder vernahm. Die Nummer die er hatte war alt. Er versuchte es trotzdem und tatsächlich hob sie ab. Er hatte lange nichts von ihr gehört und um so länger hatte ihr Gespräch gedauert. Doch es hatte ihm Gut getan und er hatte eine Entscheidung gefällt. Am nächsten morgen hatte er sich aufgemacht, zum West-Bahnhof. Er hoffte den richtigen Weg gewählt zu haben.
Peer Neter - 21. Sep, 19:13
